Investieren in der Türkei: Startup OSGB

Nachdem ich bei meinen ersten beiden Investments eher vorsichtig vorging und eher kurzfristig investierte, sollte es bei diesem Investment um eine eher langfristige Beteiligung gehen.

Ausgangspunkt

Zwei Mitarbeiter eines Bauunternehmens haben sich mit diesem geeinigt, dass man quasi ein Spin-Off aus der Firma gründet. Man könnte es auch als ein Tochternehmen bezeichnen. Die Idee ist die Gründung eines Start-Ups, das Unternehmen im Bereich der Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit berät. Seit 2014 ist es in der Türkei für jedes Unternehmen Pflicht, seine Mitarbeiter diesbezüglich aufzuklären.

Wie jedes Start-Up hatten auch die beiden Gründer ein Problem der Finanzierung des Vorhabens. Schließlich brachten sie lediglich die Kontakte mit. Darüber hinaus mussten Mitarbeiter wie ein Arzt oder Krankenschwestern finanzieren. Als Startkapital hatte man ca. 200.000 TL vorgesehen.

Die Entscheidung für das Investment

Die beiden Gründer + ein Experte im Bereich des Arbeitsschutzes trugen das Vorhaben unserem Fondmanager vor, der das Angebot dann an uns Investoren schriftlich herantrug. Nach einem weiteren Telefonat beschloss ich, mich bei diesem Investment zu beteiligen. Es besteht zwar ein höheres Risiko als bei den anderen Investments und die Kapitalbindung ist länger. Dafür ist das Potenzial sehr groß. Unser Fondmanager schätzt, dass man hier fünf Jahre lang sehr gut verdienen kann. Danach könnte das Investment abgestoßen werden.

Der Vertrag

Im Anschluss erhielt ich ein notariell beglaubtigtes Dokument, aus dem hervorging, dass das Start-Up mit folgenden Anteilen gegründet wurde:

  • Gründer 1: 25%
  • Gründer 2: 25%
  • Sachverständiger: 25%
  • Unser Fond: 25%

Die ersten drei stecken dabei ihre Arbeitskraft in das Unternehmen. Wir als Investor das Kapital, das wie folgt aufgeteilt werden sollte:

  • 170.000 TL als Geldleistung
  • 30.000 TL als Sachleistung in Form von zwei PKW

Die Firma trägt den Namen des Bauunternehmens ergänzt durch einen Zusatz. So ist für Außenstehende ersichtlich, dass das Start-Up mit dem etablierten Unternehmen in Verbindung steht. Die Muttergesellschaft hat sich nicht an der Neugründung beteiligt, da die Baubranche in der Türkei auf liquide Mittel angewiesen ist.

Rückzahlung des Investments

Es wurde vertraglich festgelegt, dass die 200.000 TL als zinsloses Darlehen in sechs Monaten zurückzuzahlen sind. Kalkulationen zufolge wird das Start-Up dann in der Lage sein, die Schulden zu begleichen. Nachdem die Anfangsinvestition wieder eingespielt ist, bleiben unserem Investmentfond immer noch die 25% Beteiligung an Gewinn und am Unternehmenswert.

Das Setup

Im nächsten Schritt wurden die zwei PKW gekauft und an das Start-Up übertragen. D.h. die Fahrzeuge gehören unserem Fond als Eigentümer (könnten bei einem Scheitern des Projektes selber liquidiert werden), wurden jedoch dem Besitzer übergeben. Somit können Betriebskosten der Fahrzeuge vom Start-Up als Kosten angerechnet werden.

Die beiden PKW haben insgesamt 40.500 TL gekostet und haben damit die geplanten Ausgaben um 10.500 TL überschritten. Ein Opel Corsa konnte für 15.000 TL erworben werden. Ein anderes adäquates Fahrzeug zum gleichen Preis konnte nicht gefunden werden. Also wurde ein Fiat Linea gekauft.

Diese 40.500 TL schmälern auch den Gesamtinvestitionsbetrag um diese Summe. Von den verbleibenden 159.500 TL wurden 90.000 TL auf das Konto des Start-Ups übertragen. Entsprechende Belege wurden mir zugesandt.

Darüber hinaus wurde ein Büroraum eingerichtet, das sich im selben Gebäude befindet, wie das Büro unseres Fondmanagers. Das ist gut, da er so auch ein Auge auf die Tätigkeit der Jungs hat. Entsprechende Bilder finden Sie hier.

Aktuelle Meldungen:

05.06.2014: Ein erster Kunde konnte akquiriert werden. Monatliche Einnahmen für das Start-Up: [wird per Newsletter kommuniziert]. Davon bleiben nach Abzug der Kosten ein Reingewinn von ca. [wird per Newsletter kommuniziert].