Back from Turkey: Auch das gibt’s

In diesem Artikel soll es mal nicht um diejenigen gehen, die in die Türkei (zurück)gekehrt und damit recht zufrieden sind, sondern um eine Person, die es getan und nun beschlossen hat, es rückgängig zu machen. Denn auch diese Menschen gibt es.

Der Name der jungen Frau ist mir unbekannt. Ich habe mit ihrem Vater gesprochen und nicht nach diesem gefragt. Vor 5-6 Jahren soll sie beschlossen haben, einen Mann aus der Türkei zu heiraten. Die beiden beschlossen, dass sie in die Türkei, genauer nach Ankara zieht.

Beide sollen dort berufstätig gewesen sein. Kurze Zeit später folgte auch ein Kind. Jetzt hat die junge Familie beschlossen, doch in Deutschland zu leben. Ich gehe davon aus, dass die Frau deutsche Staatsbürgerin ist. Sonst wäre dieser Wunsch sicherlich nur schwer realisierbar.

Der Grund für den Rückkehrwunsch läge in den zu hohen Lebenshaltungskosten in Ankara. Mich wunderte dies ehrlich gesagt ein wenig. Gut, Ankara mag nicht gleich die günstigste Stadt in puncto Miete etc. sein. Ein Istanbul ist es sicherlich nicht.

Das Problem in der Türkei ist ein wenig, dass es in einigen Regionen keine kleineren und damit günstigeren Wohnungen gibt. Entweder sind sie zu klein oder gleich über 100 Quadratmeter groß. Dennoch denke ich, dass man sich so eine leisten kann. Die Situation mag sich geändert haben, als das Kind kam. Denn wie diese Rückkehrerin berichtete, ist der Mutterschaftsurlaub in der Türkei im Vergleich zu Deutschland recht kurz. Wer keinen Babysitter hat, hat es schwer. In der Regel übernimmt diese Rolle die Großmutter.

Auch soll sie sich über die Menschen in Ankara beschwert haben. Autofahrerinnen würden im Verkehr blöd angemacht werden. Aber auch sonst. Nun, als Hauptstadt mit einer hohen Beamten- und Akademikerzahl dürfte Ankara jedoch einer der zivilisiertesten Städte der Türkei sein. Nicht falsch verstehen; die anderen Städte sind natürlich nicht unzivilisiert. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass in einigen ländlichen Gegenden durchaus ein paar Idioten sind.

Aber die Türkei ist nicht Saudi-Arabien und Auto fahrende Frauen durchaus keine Seltenheit. Die Vermutung liegt nahe, dass die junge Frau sich zu sehr deutsche Verhältnisse gewünscht hat. Mit der Einstellung sollte man natürlich nicht in die Türkei, sondern sich vielmehr an die Gegebenheiten dort anpassen. Sonst wird es schwierig mit dem neuen Leben.

Laut Auskunft des Vaters soll der Schwiegersohn nun hier eine Arbeit suchen. Darin sah der Schwiegervater jedoch kein Problem und meinte, dass über einen Bekannten gleich ein Job mit einem GEhalt von 1.500 € zu bekommen sei. Nicht gerade realistisch wie ich meine, aber nun gut.

Ich wünsche der jungen Familie alles Gute für den Neustart in Deutschland und hoffe, dass sie ihre Entscheidung nicht bereut.

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