Wachsende Islamophobie wird Anzahl Rückkehrer erhöhen

Das ist zumindest meine Vermutung. Und das selbst bei denjenigen, die vorher sich keine Rückkehr vorstellen konnten.

Ich sehe vor allem Potenzial bei den 45-55 Jährigen, die in der Türkei demnächst oder in absehbarer Zeit das Rentenalter erreichen und bei denen sich die Frage nach dem Lebensunterhalt nicht mehr stellt. Sie besitzen in der Regel einen starken Bezug zur ihrer Religion. Wer dann noch ein Eigenheim sein eigen nennen kann, für den gibt es eigentlich keinen Grund, nicht zurückzukehren.

Der Türke an sich fängt ab 55 an darüber nachzudenken, so langsam kürzer zu treten. Zehn Jahre vor dem Mindestrentenalter in Deutschland. Das hat zwei Gründe:

  1. Zermürbt das kalte, sonnenarme Klima in Deutschland schneller die Gesundheit der Türken. Vor allem dann, wenn man bis dahin eher körperlich arbeiten musste, was bei der Generation überwiegend der Fall ist.
  2. Sterben Türken in der Regel viel früher als die Deutschen. Ich meine mit 70-75 Jahren. Da will man noch etwas vom Leben haben.

Es macht für diese Altersgruppe eigentlich keinen Sinn mehr, länger in Deutschland zu verweilen. Meist wird als Vorwand die Ausbildung der Kinder vorangetragen. Wir sind mittlerweile so fixiert auf Kinder, und diese werden so dermaßen gehätschelt und getätschelt, dass man sich für diese noch bis zum 35. Lebensjahr verantwortlich fühlt.

Dagegen wissen wir, dass früher 17-Jährige allein nach Istanbul geschickt wurden, um zu arbeiten oder zu studieren. Heutzutage würde keiner wohl sein volljähriges Kind hier zurücklassen. Warum nicht? Warum soll das Kind nicht früh genug lernen, allein auf den Beinen zu stehen und die Eltern nur bei Bedarf zu Rate zu ziehen? So machen es deutsche Familien, aber auch türkische Familien in der Türkei. Denn dort studieren die wenigsten am Heimatort.

Wie die bisherigen Beispiele zeigen, kann man ein jüngeres Kind auch durchaus mitnehmen. Die gewöhnen sich recht schnell an die neue Situation.

Die Deutschen altern schneller als angenommen

Eigentlich müssten die Deutschen eher ein Interesse haben, dass diese und jüngere, mit im Leben stehende Arbeitskräfte in Deutschland verweilen. Denn Deutschland altert schneller als angenommen. So zumindest Professor Bomsdorf aus Köln.

Laut ihm werden 2060 50% der Deutschen älter als 51 sein. D.h. die Phase der Produktivität nimmt danach kontinuierlich ab. Die Zahl der über 90-Jährigen soll von aktuell 650.000 auf 3.3 Millionen ansteigen.

Eigentlich wird es daher eher einen Bedarf an qualifizierten Fachkräften geben. Dafür sollte man aber eher aufhören, islamophob zu sein. Deutschland schafft sich nicht ab, weil es von Muslimen unterwandert wird, sondern weil es a) keinen Nachwuchs hat und b) den vorhandenen Nachwuchs auch noch mit unbegründeter Angst vertreibt.

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