Back To Turkey: Halil genießt jetzt sein Bio-Gemüse

Die hier erwähnten Namen wurden redaktionell geändert.

Halil kam Anfang der 80er mit 11 Jahren nach Deutschland. Er heiratete hier und bekam zwei Töchter und einen Sohn. Im September 2012 beschloss die ganze Familie Deutschland den Rücken zu kehren und sich in der Heimat niederzulassen. Dank eines aufmerksamen Lesers bekam ich die Gelegenheit, mit Halil ein wenig zu plaudern.

Wie kam es dazu?

Ich fragte Halil natürlich, wie es dazu kam, dass sie zurückkehrten. Die Entscheidung fiel nicht einfach. Man setzte sich als gesamte Familie hin und diskutierte lange. Im September 2012 meldete man dann den Erstwohnsitz hier ab.

„Ob wir fünf unter 80 Millionen in Deutschland sind oder fünf unter 80 Millionen in der Türkei. Das spielt letztendlich keine Rolle“, fährt Halil fort. Der Vorteil eines Lebens in der Türkei sei jedoch, dass er selbst im Dezember noch sein Gemüse aus dem Garten beziehe. „Bio“, betont Halil.

Vermisst ihr etwas?

Natürlich gibt es auch einige Dinge, die Halil an Deutschland vermisst. Die Ordnung, die Struktur in der Behördenarbeit, im Verkehr. Auch rutscht ihn verzweifelten Moment ein „Wäre ich doch nie zurückgekehrt“ aus dem Munde. Gerade wenn er daran denkt, dass sein Jüngster sich noch nicht vollkommen eingelebt hat.

Auf die Frage, ob er seine Entscheidung bereut, antwortet der Mitvierziger, der zu Besuch in Deutschland ist: „Mein Rückflug ist am Sonntag. Ich wünschte, er wäre schon morgen.“

Beruf, Gesundheit, Kinder

Die Fragen, die sich wohl Rückkehrwillige am häufigsten Stellen ist:

  1. Was mache ich dort beruflich?
  2. Wie ist die gesundheitliche Versorgung?
  3. Wie kommen die Kinder mit der Situation zurecht?

Ich konnte Halil nicht ganz herauskitzeln, was er beruflich dort macht. Er erwähnte lediglich, dass seine Frau Rentnerin ist und es bei ihm noch ein paar Jahre dauert. Ich schätze, man hält sich mit der Rente der Frau über Wasser. Die älteste Tochter wäre bereits verheiratet. Die zweite Tochter würde arbeiten.

Vor der gesundheitlichen Versorgung haben oft ältere Rückkehrer mit ernsthaften chronischen Krankheiten Sorge. Jüngere Rückkehrer wie Halil sehen darin keine Probleme.

Im großen und ganzen sah er aber keine großen Adaptionsprobleme bei seinen Kindern.

Schlussbemerkung

Am Ende des Gespräches kommentiert er noch, dass man eine gewisse Portion Mut mitbringen muss, um den Schritt zu wagen. Mut ist wohl das Entscheidende, wenn man den Schritt in die Türkei wagen will. Aber Mut ist auch etwas, das man aufbauen kann. Und dann steht der Rückkehr nichts mehr im Wege.

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