Die 8.000 TL Grenze in der Türkei bei Käufen

Wer in Deutschland einen Kaufvertrag mit einer höheren Kaufsumme abschließt, der muss m.E. nicht nachweisen, dass der Betrag letztendlich auch per Überweisung geflossen ist. Wenn ich mich irre, ibtte ich um einen Hinweis in den Kommentaren unten. Entscheidend ist, was im Kaufvertrag bezüglich der Geldübergabe steht.

Theoretisch könnte die Summe also auch bar übergeben werden, auch wenn dies steuertechnisch sicherlich nicht ratsam wäre.

In der Türkei ist das ein wenig anders. Dort muss ein Kaufbetrag über 8.000 TL unbedingt per Banküberweisung erfolgen. Sonst gilt er nicht als überwiesen. Folglich bleibt das übertragene Gut auch im Besitz des Verkäufers.

Ich habe dies im Rahmen unseres Investments in das Startup OSGB erfahren. Unser Fondmanager hatte mir nämlich den Kauf- oder Übertragungsvertrag der beiden angeschaften PKW vorgelegt. Demnach hatten wir die PKW an das Startup „verkauft“.

Ich fragte, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, die Fahrzeuge zur Garantie bei uns belassen hätten und den Gründern lediglich ein Nutzungsrecht eingeräumt hätten. Schließlich gab es einen Kaufvertrag, und diese konnten – wenn es hart auf hart gekommen wäre – behaupten, sie hätten die Kaufsumme bar entrichtet.

Unser Fondmanager widersprach dem aus folgenden zwei Gründen:

  1. Um jene Vermutung meinerseits geltend machen zu können, wären die Gründer in der Pflicht zu beweisen, dass das Geld per Banküberweisung geflossen ist. Denn ab 8.000 TL müssen Beträge über eine Bank transferiert werden. Da hierfür keinerlei Belege existieren, sei dies nicht möglich.
  2. Wären die Fahrzeuge auf uns zugelassen, könnte das Startup laufende Betriebskosten der Fahrzeuge nicht selbst absetzen. Zudem könnten sie immer wieder bei bei Reparaturen und Wartungen darauf pochen, dass wir als Eigentümer für diese zuständig wären.

So müssen die Gründer für Kraftstoff, Wartung und Reparaturen aufkommen und dementsprechend haushalten. Man könnte es praktisch als „Eigentumsvorbehalt“ bezeichnen, wobei wir die Eigentümer und die Gründer die Besitzer der Fahrzeuge sind.

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